Die vegane Leder-Alternative aus Äpfeln

„ Wir zerstören allein in Europa jährlich 3 Milliarden Tonnen Müll.

Mit dieser Innovation verlieren wir diese Materialien für immer“

(Hannes Parth)

 

In der Apfel-Industrie werden Äpfel, die nicht dem Supermarkt-Standard entsprechen, verwertet, um daraus Mus oder Säfte zu machen. Dabei werden die Kerne und Stängel meistens gesondert von den Maschinen aussortiert und anschließend entsorgt. Die dabei entstehenden Abfälle umfassen mehrere Tausend Tonnen jährlich, um genau zu sein ganze 125.000 Tonnen. Umso genialer ist es, dass Hannes Parth diese Abfälle zu nutzen wusste und daraus nun Apfelleder herstellt. Unser Praktikant Thiemo hat sich das Ganze mal genauer angeschaut.

Wie alles begann

2008 hat Hannes Parth, gebürtiger Südiroler, angefangen aus Apfelresten neue Materialien zu entwickeln. Ihm fiel auf, dass in jedem Verarbeitungsprozess, egal ob für Saft oder Püree, Rückstände übrig blieben, der sogenannte industrielle Biomüll. Nun kam er auf die Idee, diese Rückstände zu analysieren, um zu untersuchen, ob man sie weiterverwenden kann. Heraus kam, dass in den Reststoffen des Apfels viel Zellulose enthalten ist. Somit eigneten sich die bei der Apfelsaftherstellung anfallenden Pressrückstände, auch Trester genannt, ideal für stilvolle Upcycling-Ideen. So begann er mit seinem ersten Projekt – der Papierherstellung. Nach dem Papier kam schließlich Appleskin. Das sehr anpassungsfähige Material wurde je nach Produktart spezifisch hergestellt, um die gefordeten technischen Eigenschaften zu gewährleisten. Heute is er mit seinem Start-up namens „Frumat“ sehr gefragt am Markt.

Von Apfelresten zum Apfelleder

Zu aller erst wird der Trester in einer Trommel getrocknet. Danach wird er zu einem feinen Pulver gemahlen. In einer Kunstlederfabrik wird das Pulver mit anderen Zutaten – einem Lösungsmittel und einem biologisch abbaubarem Kunststoffersatz aus Milcheiweiß – vermischt und auf einen Stoffuntergrund aus Baumwolle aufgetragen. Nach weiteren Produktionsschritten, wie beispielsweise das Backen im Ofen, ist das Apfelleder in seinen Eigenschaften später kaum noch zu unterscheiden von Tier- oder Kunststoffleder.

Was macht das Apfelleder so besonders?

Es fällt kein Abfall an, da es voll biologisch abbaubar ist. Durch seine Herstellung werden im Vergleich zu normalem Leder keine wertvollen Ressourcen verbraucht und es entstehen auch keine giftigen Nebenstoffe bei der Produktion. Wie der Apfel selbst, ist das Lederimitat wasserabweisend und steht somit dem Echt- und Kunstleder in nichts nach. Natürlich kann man preislich das Lederimitat nicht mit einem billig in Asien produzierten Kunstleder vergleichen. Dennoch kann das in Italien gefertigte Apfelleder im Wettbewerb mit anderen Lederarten mithalten und hat nicht so lange Transportwege hinter sich.

Unser Fazit:

Wir finden, dass das Apfelleder eine super vegane und nachhaltige Alterntive zu herkömmlichem Tierleder ist. Durch den besonderen Herstellungsprozess ist es sehr robust, wasserabweisend und sieht dazu noch super aus.

Alle unsere Produkte aus Apfelleder findest Du >>HIER<<

// Thiemo aus dem jesango-Team hat diesen Beitrag recherchiert und geschrieben.

Quelle: https://franzmagazine.com/2020/02/12/auf-den-apfel-gekommen-hannes-parth/

1 Kommentar

  • Susanne Barta am

    Liebe Sophia, sollte euer Praktikant auch hier recherchiert haben: https://franzmagazine.com/2020/02/12/auf-den-apfel-gekommen-hannes-parth/ wäre es schön, das kurz zu nennen.
    Mit lieben Grüßen und alles Gute, Susanne

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