Showrooming

„Showrooming“ – ein Begriff, bei dem es sich um weit mehr handelt als nur einen weiteren Anglizismus, der seinen Weg in unseren Sprachgebrauch hierzulande gefunden hat, mit dem viele Menschen allerdings immer noch nicht besonders viel anfangen können. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass man sich selbst beim Showrooming erwischt, auch wenn man keine Ahnung hat, was es eigentlich ist.

Showrooming und seine Ursachen 

Showrooming bezeichnet ein spezielles Kaufverhalten, bei dem potenzielle Kunden eines Geschäftes sich in einem Laden beraten lassen, Produkte anprobieren bzw. austesten und dann das Geschäft verlassen, um denselben Artikel günstiger im Internet zu erwerben. Neben den niedrigeren Kosten zählt auch ein breiter aufgestelltes Angebot im Internet zu den Beweggründen hinter Showrooming sowie oftmals die Möglichkeit, sich schwer transportierbare Produkte aus dem Onlinehandel bequem nach Hause liefern zu lassen. Kurz gesagt macht sich beim Showrooming der Kunde ein erstes Bild von seinem Wunschartikel in einem Laden, der Kauf des besagten Artikels erfolgt jedoch durch einen Anbieter im Internet. Das Geschäft erfüllt nicht mehr seinen eigentlichen Zweck des Verkaufens, sondern dient viel mehr als Showroom, oder zu Deutsch als Ausstellungsraum.

Gewinner und Verlierer

Nicht nur Konsumenten zählen durch Einsparungen bezüglich Kosten und Transportaufwand zu den Profiteuren des Showroomings, auch der Onlinehandel zählt eindeutig zu den Gewinnern der Praxis. Ganz vorne mit dabei: Der Online-Versandhändler Amazon, welcher durch ein vielfältiges Angebot und niedrige Preise beim Konsumenten punktet, hinzu kommen oftmals geringe Wartezeiten und die Lieferung direkt vor die Haustür. Doch während sich Amazon-CEO Jeff Bezos freut, leiden sowohl die Umwelt als auch die eigenen Amazon-Mitarbeiter unter dem Erfolg des Online-Unternehmens.

Immer wieder machen Anschuldigungen gegen Amazon bezüglich menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen Schlagzeilen. Berichten zufolge müssen Mitarbeiter mitunter sehr weite Strecken binnen sehr wenig Zeit in den Amazon-Lagerhallen zurücklegen und würden kaum Toilettenpausen genehmigt bekommen, zudem herrscht ein striktes Gesprächsverbot am Arbeitsplatz – Mitarbeiter berichten, sich innerhalb des Konzerns nicht wie ein Mensch, sondern eher wie eine Maschine behandelt zu fühlen. Hinzu kommt ein enormer Leistungsdruck, da erwartet wird, dass die Mitarbeiter innerhalb einer einzigen Minute mehrere Produkte aus dem Lager holen.

Dass der Versandhandel und die damit verbundenen Transportwege sowie das verwendete Verpackungsmaterial der Umwelt keinen Gefallen tun, ist längst kein Geheimnis mehr. Zum einen werden viele Produkte nach wie vor in umweltschädlichen Einwegmaterialen wie beispielsweise Plastik verpackt, zum anderen nehmen viele Konsumenten die Möglichkeit wahr, Waren aus aller Welt zu sich nach Hause liefern zu lassen, was zu langen, Kohlenstoffdioxidemissionen ausstoßenden Transportwegen per LKW führt.

Wir bei jesango sind uns als Onlineshop unserer Verantwortung der Umwelt gegenüber bewusst – deshalb verzichten wir beim Verpacken eurer Bestellungen auf Plastik und verwenden stattdessen plastikfreies Paketband, wiederverwendbares Füllmaterial aus Papier und Karton und geben bereits benutzten Kartons in gutem Zustand eine zweite Chance. Zudem versenden wir per DHL GoGreen, somit werden die durch den Warentransport entstandenen Co2-Emissionen wieder ausgeglichen.

Ganz abgesehen von Menschenwürde und Umweltschutz leidet unter Showrooming auch der lokale Einzelhandel, insbesondere diejenigen Geschäfte, die ihre Waren weder selbst im Internet anbieten noch über einen anderen Anbieter online verkaufen. Ihnen fällt durch Showrooming eine nicht unentbehrliche Umsatzsumme weg, und um dies zukünftig zu verhindern, sind viele Geschäfte dazu gezwungen, ihre Preise an die niedrigeren Preise im Internet anzugleichen – was sich schwierig gestaltet, da für Ladenbesitzer oftmals Kosten anfallen, welche Onlinehändler nicht haben, beispielsweise für die Ladenmiete, Versicherungen und Strom.

Das eigene Kaufverhalten hinterfragen

Wenn es ums Einkaufen geht, dann täten wir alle gut daran, der altbekannten Devise „weniger ist mehr“ Glaube zu schenken. Indem wir weniger Produkte von besserer Qualität kaufen, die unter fairen Bedingungen produziert wurden und unserem Planeten keinen Schaden zufügen, können wir alle unseren Teil dazu beitragen, positive Veränderung in der Welt zu erwirken. Hinzu kommt, dass viele von uns infolge eines reduzierten Konsums in der Lage sind, mehr Geld für unsere Einkäufe auszugeben. Damit können wir unsere lokale Wirtschaft stärken und schlechten Arbeitsbedingungen sowie umweltschädlichem Versand von Produkten entgegenwirken.

Übrigens: Wenn man Vertretern des Minimalismus-Prinzips glaubt, dann kann Konsumverzicht uns sogar zu glücklicheren Menschen machen. Es lohnt sich also aus dem ein oder anderen Grund durchaus, das eigene Kaufverhalten zu hinterfragen und anschließend zu reduzieren – vielleicht ertappen wir alle uns dann auch seltener beim Showrooming.

 // Elinor Spitzer hat diesen Beitrag recherchiert und geschrieben

Quellen

https://real2business.de/webrooming-vs-showrooming/

https://www.internetworld.de/marketing-trends/zahlen-studien/showrooming-schlechtes-gewissen-854861.html

https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/wie-sind-die-arbeitsbedingungen-fr-amazon-mitarbeiter-100.html

https://www.focus.de/finanzen/news/konflikt-um-strenge-regeln-bei-amazon-so-hart-sind-die-arbeitsbedingungen-beim-internet-riesen_id_3433609.html

https://www.spiegel.de/karriere/amazon-ein-mitarbeiter-erzaehlt-warum-er-gegen-schlechte-arbeitsbedingungen-streikt-a-fd4bcfce-ef1f-4acf-bfde-e2f015791282

https://www.jesango.de/pages/unser-beitrag

https://www.affiliateblog.de/showrooming-eine-gefahr-fur-den-einzelhandel/

 

 

  

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