Die Folgen der Einwegmaske – warum wir unbedingt nachhaltige Lösungen verwenden sollten?

Umweltschutz und Corona sind zwei Wörter, die einfach nicht richtig zusammenpassen. In vielen Cafés dürfen Recup-Becher nicht mehr befüllt werden und wenn man nicht gerade Zeit dafür hat, in der Früh genüsslich ein Tässchen Kaffee zu sippen, muss man schon wieder auf die lästigen Einweg-Becher zurückgreifen. Auch Essen to-go in der Lockdown-Phase hat für ganz schön viel neuen Plastikmüll gesorgt. Und dann auch noch diese nervigen Einweg-Masken, die man mittlerweile immer häufiger auf den Straßen oder im Gebüsch vorfinden muss. Genau um die geht es in unserem heutigen Blogpost.

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, rät das Robert-Koch-Institut zum Gebrauch von Mund-Nasen-Schutzmasken. Doch welche Auswirkungen die gängigen Einweg-Masken auf unsere Umwelt haben und wie man dieses Problem optimal umgehen kann erfahrt ihr hier.

Die Auswirkungen auf die Umwelt

Wie alle Einweg-Produkte produzieren auch Einweg-Masken viel neuen Müll. Dazu kommt, dass diese immer häufiger nicht richtig entsorgt werden. Auf Grund der hohen Menge an Polypropylen – der Kunststoff, aus dem sich die Fasern der medizinisch geprüften Einweg-Maske zusammensetzen – gehören diese in den Restmüll.

Polypropy- was? Polypropylen wird aus Rohöl gewonnen und ist uns üblicherweise in Form von Joghurtbechern, Strohhalmen oder Flaschenverschlüssen schon bekannt. Eigentlich lässt sich diese Art von Kunststoff recht gut recyceln. Das trifft jedoch nicht auf die Einweg-Masken zu, da diese rundum von Keimen belastet sind. Letztendlich ist Polypropylen also Plastikmüll, der über viele Jahrzehnte erhalten bleibt, schließlich in Mikroplastik zerfällt und Umweltgifte aufnimmt.

Landen die Masken also aus unerklärlichen Gründen im Meer, ist das Ganze nicht nur gefährlich für uns Menschen, sondern auch für die Meereslebewesen. Diese verwechseln die Plastikpartikel nämlich leicht mit Nahrung, verschlucken sie und sterben auch daran.

Sind „medizinisch geprüfte“ Masken wirklich besser als die anderen?

Durch das Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske soll die Verbreitung des Corona-Virus eingedämmt und verlangsamt werden. Die Maske, die man selbst trägt, soll zwar hauptsächlich andere schützen, sich selbst aber nicht. Wenn jedoch jeder eine Maske trägt sind alle geschützt! Keine Maske zu tragen wäre also purer Egoismus. Dennoch gibt es mittlerweile so viele verschiedene Arten von Masken, dass man schon mal den Überblick verlieren kann.

Die typischen blauen Einweg-Masken, die zum Beispiel in der Drogerie verkauft werden, erfüllen zwar die medizinischen Standards, gleichen aber abgesehen vom Aussehen den richtigen OP-Masken kaum. Denn richtige OP-Masken schützen tatsächlich nicht nur Dritte, sondern auch sich selbst vor Keimen. Die im Einzelhandel erhältlichen Masken schützen jedoch vorrangig nur die Menschen um uns herum.

Masken mit Ventil erleichtern zwar das Atmen, filtern jedoch nicht die aus- und eingeatmete Luft. Folglich schützt man mit solchen Masken weder sich sich selbst noch andere.

Selbstgenähte „Mehrweg“-Masken sind übrigens keine geprüften Medizinprodukte und dürfen daher auch nicht mit einer Schutzfunktion beworben werden. Daher läuft der Vertrieb oft unter Namen wie „Community-Maske“, „Behelfsmaske“ oder „Mund-Nasen-Maske“.

Ob Einweg-Masken wirklich mehr Schutz vor Viren bieten als die selbstgemachten Wiederverwendbaren, ist unklar. Das liegt vor allem auch daran, dass selbstgemachte Masken allesamt aus unterschiedlichen Materialen hergestellt werden und verschieden verarbeitet sind. Die Wirkung der „Mehrweg“-Maske wird jedoch nicht mehr abgestritten.

Vorteile der „Mehrweg“-Masken

Der wohl offensichtlichste Vorteil von Mehrweg-Masken ist, dass diese durch ihre Waschbarkeit vielfach wiederverwendbar sind und wesentlich weniger Müll produzieren. Dadurch können auf jeden Fall schon Ressourcen geschont werden. Doch aufgepasst! Auch der Anbau von Baumwolle ist extrem wasserintensiv. Das ausgerechnet in Ländern, in denen Wasser sowieso schon Mangelware ist. Auch der Einsatz von Pestiziden ist dabei nicht unproblematisch, weshalb du beim Kauf von Baumwollstoffen ebenfalls auf deren Umweltverträglichkeit achten solltest. Eine nachhaltigere Lösung wäre beispielsweise die Verwendung von Stoffresten. Da die Stoffmenge für eine Maske so gering ist, kann die Maskenproduktion optimal zur Resteverwertung genutzt werden. So wird wieder Müll gespart und die CO2-Bilanz fällt quasi auch weg. Außerdem weißt du in den meisten Fällen schon mal mehr über die Produktionsweise der Maske.

Zuletzt ist hinzuzufügen, dass die Masken nicht nur wesentlich nachhaltiger und fairer sind als gewöhnliche Einwegmasken, sondern auch noch modisch, schick und individuell anpassbar!

Mehrweg-Masken optimal reinigen

Das Reinigen der „Mehrweg“-Maske ist das A und O. Denn ohne Reinigung bleibt die Wirkung der Maske auf der Strecke. Du kannst es dir sicher schon denken, aber auch beim Reinigen kann man Umwelt-technisch so einiges falsch machen.

Eine Reinigung im Backofen oder in der Mikrowelle geht gar nicht! Die Keime werden dabei zwar abgetötet, aber Hautschuppen, Schweiß, Speichel oder anderer Dreck bleiben in der Maske. Außerdem schneiden beide Geräte in der Ökobilanz am schlechtesten ab.

Solltest du dich dafür entscheiden die Masken in der Waschmaschine zu reinigen, dann wasche bitte nur eine volle Trommel und diese ohne ECO-Programm, denn das erreicht nicht immer lange genug die 60-Grad-Marke, durch welche die Keime abgetötet werden.

Die wohl beste Alternative ist es, die Masken in einem Topf zu geben, diese dann mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher zu übergießen und sie dann so für 10 Minuten stehen zulassen. Noch dazu hast du die Option dem Wasser einen Teelöffel Waschmittel hinzuzufügen. Damit es für die Hände nicht zu heiß wird kannst du dir gerne ein Holzstäbchen zur Hand nehmen!

How to: Mehrweg-Maske selbst nähen

Solltest du vorhaben dir selbst eine Maske zu nähen, eignet sich Bio-Baumwolle am besten, da diese wassersparender und frei von Pestiziden ist. Der Stoff ist durchlässig, erleichtert das Atmen und ist bei 60 Grad waschbar. Optimalerweise sollte der Stoff möglichst eng gewebt sein.

Solltest du noch Stoffreste zu Hause haben, die du gerne verwenden möchtest, achte bitte vor allem darauf, dass sie mindestens auf 60 Grad waschbar sind.

Hier haben wir dir schon mal ein paar Tutorials verlinkt:

https://naehfrosch.de/mundschutz-selber-naehen/

https://www.wir-leben-nachhaltig.at/aktuell/detailansicht/einfachen-mundschutz-selber-naehen/

https://www.lifeverde.de/nachhaltigkeitsmagazin/news-tipps/mundschutz-kaufendie-faire-und-nachhaltige-variante 

Du kannst nicht nähen? Hier ist eine nachhaltige & faire Lösung!

Direkt bei jesango gibt es zum Beispiel Community-Masken von Another Brand: https://www.jesango.de/products/community-mask-no-rain-no-rainbow?variant=35748921671835

Wir haben noch weitere fair produzierte Masken in unserem Pop-up Store. Schau also gerne noch bis Mitte Oktober bei uns in den Stachus Passagen vorbei!

 

// Rebecca Krähn hat diesen Beitrag geschrieben und recherchiert

Quellen:

https://www.rtl.de/cms/sind-atemschutzmasken-ein-umweltproblem-4558746.html

https://utopia.de/video-mundschutz-wird-zum-umweltproblem-183762/

https://www.mdr.de/brisant/ratgeber/mundschutz-reinigen-hygiene-100.html

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/mundschutz-aufsetzen-tragen-reinigen-entsorgen-100.html

https://utopia.de/ratgeber/mundschutz-dm-masken/

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105751/Grippe-Chirurgische-Maske-schuetzt-genauso-gut-wie-teure-N95-Atemschutzmaske

https://www.br.de/nachrichten/wissen/corona-schutzmasken-aus-stoff-welche-schuetzen-am-besten,S3OzIAx

https://www.br.de/nachrichten/wissen/coronavirus-ffp-maske-nase-mund-schutz-oder-selber-machen,RvTq9nC

https://utopia.de/ratgeber/polypropylen-pp-was-du-ueber-den-kunststoff-wissen-solltest/

 

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