Was ist eigentlich Greenwashing?

Immer mehr Leute beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Dabei stolpert man früher oder später über das Wort Greenwashing. Mit diesem Blogbeitrag wollen wir euch die wichtigsten Fakten zum Thema Greenwashing aufzeigen und wie ihr es erkennen könnt.

Was bedeutet Greenwashing genau?

Der Name Greenwashing besteht aus zwei Teilen. „Green“ (Grün), vermittelt Umweltverbundenheit und Natürlichkeit steht für die Farbe der Umwelt und Natur. Das Wort „Washing“ soll Waschen oder auch Reinwaschen bedeuten. Wenn man diese Teile nun zusammensetzt, ist „Greenwashing“ eine Art „Reinwaschen in Bezug auf die Umweltfreundlichkeit“.

Die Ursachen von Greenwashing

Der Begriff Greenwashing trat bereits in den 70er bis 80er Jahren auf und ist aufgrund des steigenden Umweltbewusstseins der Menschen immer mehr gewachsen. Heutzutage ist Nachhaltigkeit in immer mehr Köpfen verankert. Durch dieses Bewusstsein sind Konsumenten auch bereit einen höheren Preis zu zahlen, um nachhaltige Produkte zu kaufen. Die Unternehmen sind so nun mehr oder weniger gezwungen mit der Bewegung mitzugehen und ihre Produktpalette dementsprechend anzupassen. Das Ganze ist natürlich mit höheren Kosten verbunden, dies ist mitunter ein Grund dafür, dass sich Unternehmen des Greenwashings bedienen. Sie geben somit den Kunden den Anschein, dass die Produkte nachhaltig sind, ohne dass in der entsprechenden Konsequenz tatsächlich durchzusetzen.

Greenwashing in der Fashionindustrie

Jedes Unternehmen versucht durch besonders ökologisches und nachhaltiges Auftreten einen Imageaufbau zu erzeugen. Hierbei können jedoch die Verbraucher durch Falschaussagen oder dem Herausstellen grüner Fakten und dem Verschweigen nicht nachhaltiger Fakten extrem getäuscht werden. Ein gutes Beispiel ist hier die Firma H&M: Sie werben derzeit in ihrer neuen „Concious Collection“, dass die Kleidung nur aus recycelten Materialien hergestellt wird. Dabei werden in der Firma pro Jahr jährlich 12 Tonnen Materalien ohne Wiederverwendung verbrannt. Der Grund hierfür ist das diese laut Angaben von H&M nicht recycle- oder tragbar sind. Außerdem wird leider nur auf einen Aspekt der Nachhaltigkeit eingegangen. Soziale Aspekte wie zum Beispiel die Mitarbeiter, die viel zu niedrig bezahlt werden, werden verschleiert oder gar nicht erst beachtet.

Greenwashing als Marketingkonzept

Vielen Unternehmen geht es meistens nicht darum die Produkte tatsächlich nachhaltiger zu gestalten und einen positiven Wandel mitzugestalten, sondern sie wollen lediglich ihr Marketingkonzept verbessern und der Nachfrage und Kritik der Konsumenten folgen. Ein gutes Beispiel ist das Thema „Ocean Plastic“. Die Verbraucher, die den Begriff lesen, denken dabei an Plastik, das aus den Weltmeeren gefischt wurde und zu neuen Produkten weiterverarbeitet wird. Jedoch wird unter „Social Plastic“ und „Ocean Plastic“ unterschieden. Mit den Produkten aus „Social Plastic“ wird Müll an Küstenregionen eingesammelt und davor bewahrt, dass es ins Meer kommt. Diese Art von Müllverwertung ist kostengünstiger, als aus den Ozeanen das Plastik herauszufiltern.  Somit versuchen Unternehmen dabei das Wort „Ocean Plastic“ mit dem Begriff „Social Plastic“ gleichzustellen, damit sie kosten sparen.

Was kannst Du tun, um Greenwashing zu erkennen

Wenn dir nachhaltiges und grünes Marketing auffällt, macht es immer Sinn genauer hinzuschauen. Ist nur das Marketing grün und es werden nur seichte Informationen zur Produktion, den Materialien und der Firma geliefert und Du hast weiterhin viele Fragezeichen im Kopf? Ist der Preis der Produkte immer noch extrem bzw. "zu" günstig? Dann handelt es sich wahrscheinlich um Greenwashing. Wenn die Firma aber wirklich viele Informationen zum Thema Nachhaltigkeit lückenlos liefert, sehr transaparent ist und auch auf Nachfragen offen und mit detaillierten Informationen antwortet und vor allem alle Produkte oder Aspekte nachhaltig sind, dann meint es die Firma höchstwahrscheinlich wirklich ernst und Du kannst guten Gewissens einkaufen. Leider ist es manchmal wirklich schwierig Greenwashing als Verbraucher selber zu erkennen. Daher kann man auch über bekannte Medien recherchieren, über den Verbraucherschutz, über Ökotests oder unabhängige Institute oder Zertifkate. Manchmal ist es zeitaufwendig, es lohnt sich aber wirklich. Denn jeder Euro, der ausgegeben wird, entscheidet über unsere Zukunft.

//Thiemo Haisch hat diesen Blogbeitrag recherchiert und geschrieben

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